Die Farbe Blau hat es ihr angetan, Blau ist ihr Experimentierfeld, Blau ist das Thema ihrer Bilder...
Ihr Bilder stechen durch ihre intensive Farbigkeit ins Auge.
Leuchtend-samtiges Kobaltblau bestimmt schon seit Jahren die Bildwelten der Konstanzer Malerin. Nur sparsam wird die
Monochromatik - wie in den jüngsten Arbeiten - durch gegensätzliche Farbakzente aufgelöst. In unzähligen Schichten auf
den weiß grundierten Bildträger aufgetragen, immer wieder sanft gebunden und mit Ölfarben oder Acryl überarbeitet,
verleiht Sabine Becker dem Pigment eine ungewöhnlich haptische und tiefenräumliche Wirkung.
Die Auseinandersetzung mit den stofflichen Qualitäten ihres Arbeitsmaterials bestimmt nachhaltig den Prozeß der
Bildentwicklung. Das offenbart sich nicht nur in der, man möchte fast sagen, reliefhaften Oberflächenstruktur der
Bilder auf HDF-Platte, sondern gerade auch in Sabine Beckers jüngsten Arbeiten auf Packpapier. Hier weicht die dichte
Farbtextur einem leichteren, fließenden Pigmentauftrag, der mit dem fragilen Bildträger eine organische Verbindung eingeht.
In ihren unbetitelten Werkserien entwickelt Sabine Becker subtile Variationen eines einmal gefundenen Motivs. Grenzen werden
abgesteckt, ausgelotet und überwunden - materielle, formale und optische.
Das quadratische Bildformat, die räumlich-suggestive Blaufarbigkeit und die Reduktion auf ungegenständliche und doch assoziative
Bildkompositionen möchten keine determinierten Sehvorgaben liefern, sondern unsere individuelle Interpretation ansprechen.
Die kühle, atmosphärische Tiefenwirkung des Blaus weckt Gedanken an die endlosen Weiten der Meere und des Kosmos,
läßt "sehnenden Empfindungen" (Goethe) Raum und öffnet den Geist und das Gemüt ins Grenzenlose.
Dr. Stefanie Dathe
1958 in Lübeck geboren. Seit 1991 Malerei. 1991-95 Lehrauftrag für Textlies Gestalten an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Lebt und arbeitet in Konstanz
1983 Singen, Galerie Langlotz & Deibel
1984 Friedrichshafen, Galerie am See
1986 Bermatingen, Galerie im Eichenhof
1990 Mainau, Schloss
1992 Friedrichshafen, Graf Zeppelin-Haus; Hilzingen (Hegau), Remise beim Museum
1993 Waalhaupten, Galerie Anke Schrey; Sigmaringen, Galerie Alte Schule; Regensburg, Atelier im Wiedfang
1994 Holzgerlingen, Burg Kalteneck; Bad Bellingen, Galerie Wartenberg; Ludwigshafen (Bodensee), Zollhaus "Mitgift"; Turckheim (Frankreich), Galerie Espace de la Forge; Stuttgart, Europäische Künstler im Rathaus; Müllheim (Baden), Galerie Kunststück
1995 München, Kunsthandlung Erich Ehmer; Mainz-Finthen, Galerie an der Steige Zwei
1996 Reichenau (Baden), Kunst am Bau, Pfarrgemeindehaus
1997 19. Hilzinger Kunstausstellung Tokio, Axis Gallery (Katalog)
1997/1998 Kunstverein Radolfzell, Villa Bosch, "Blau – Weiss" (Katalog)
1998 Konstanz, Bürgersaal; Tübingen, Galerie am Pfleghof
2000 Grimma (Sachsen), Rathaus-Galerie "Muldental-Bodensee"
2001 Ochsenhausen, Städtische Galerie im Fruchtkasten des Klosters
2002 Sparkasse Karlsruhe; Ravensburg, Galerie Hölder; Engen, Städtisches Museum
2003 Gruppen-Wanderausstellung BLAU nach Überlingen, St. Gallen (CH), Frauenfeld (CH), Feldkirch (A)
2004 Gruppen-Wanderausstellung "Zeitgenössische Kunst zu Eduard Mörike" nach Gerlingen, Sindelfingen, Schwäbisch Hall, Kirchheim/Teck, Aalen
2005 Appenzell (CH), Galerie zur Alten Hofersäge.